Zum Hauptinhalt springen
Michael Koch

Regeln bremsen KI nicht. Die Sperre vor dem Anfang schon.

24.02.2026

Kurzfassung. Auf dem Podium beim h+ai congress habe ich festgefahrene KI-Projekte mit „Cut und neuer Versuch“ beantwortet, und das machen wir nicht oft. Nicht der EU AI Act oder der Datenschutz bremsen, sondern die „German Angst“, die vorab sperrt. Abbrechen ist nur dann kein Scheitern, wenn der nächste Versuch ausdrücklich erlaubt ist.

Die Moderatorin vom manager magazin fragt, wie ich mit festgefahrenen KI-Projekten umgehe. Ich sitze als einer von drei Gästen auf dem Podium beim h+ai congress in Hamburg. Es ist der 24. Februar 2026. Das Thema: KI erfolgreich machen, was Entscheiderinnen und Entscheider heute wissen müssen.

Meine Antwort kommt schnell. „Cut und neuer Versuch.“ Wenn man mit einem Thema festgefahren ist, muss man es absägen und den nächsten Versuch starten. Dann schiebe ich nach: „Das machen wir nicht sehr oft, ehrlich gesagt.“

Um diesen Nachsatz geht es in diesem Text.

Die Regeln sind nicht das Problem, die Sperre davor ist es

Meine Sicht: Der EU AI Act1 und der Datenschutz sind gute Regeln. Sie behindern Innovation nicht. Was bremst, ist die „German Angst“. Sie sperrt, bevor irgendetwas angefangen hat.

Das ist ein Unterschied mit Folgen. Eine Regel lässt sich einhalten, während man arbeitet. Eine Sperre im Voraus verhindert genau die Erfahrung, mit der man das Risiko überhaupt einschätzen könnte.

Dazu kommen zwei Dinge, die ich in Führungsetagen sehe. Erstens fehlt oft das Bewusstsein dafür, was schon geht. Zweitens wartet man lieber, bis alles durchgetestet ist. Am liebsten, bis andere das Risiko getragen haben. Wer so wartet, hat keine eigene Erfahrung, wenn er endlich anfängt.

Führung beginnt damit, das eigene Nichtwissen zuzugeben

Die Entwicklung ist so schnell, dass eine zentrale Expertenstelle nicht mehr genügt. Die ganze Firma muss Ideen einbringen können. Das geht nur, wenn Mitarbeitende experimentieren dürfen und einen sicheren Raum dafür haben.

Diesen Raum schafft der Chef oder die Chefin. Ich halte es für Teil der Führung, das offen zu sagen. „Ich kenne nicht alles. Ich bestrafe nicht für neue Gedanken und Versuche.“ Das verlangt Selbstkritik. Aber wer für einen Versuch bestraft wird, macht keinen zweiten. Und wer als Chef so tut, als wüsste er alles, bringt andere dazu, es ihm vorzuspielen.

Ein festgefahrenes Experiment gehört abgebrochen

Zurück zum Podium. „Cut und neuer Versuch“ ist schnell gesagt. Getan wird es selten. Ein Experiment, das nicht vorankommt, bindet die Leute, die für das nächste Thema gebraucht werden. Es zu beenden verlangt Mut.

Ich sehe privat wie in Firmen dasselbe Muster: Ein Versuch geht schief, und danach gilt das Thema als erledigt. Abbrechen ist nur dann kein Scheitern, wenn der nächste Versuch ausdrücklich erlaubt ist. Deshalb gehören beide Wege zusammen: Versuche nicht bestrafen und festgefahrene beenden.

Das ist meine Einschätzung aus dem eigenen Alltag, keine Messung.

Lernen braucht feste Zeit in der Woche

Lernen funktioniert heute anders. Mitarbeitenden und sich selbst jede Woche feste Zeit dafür einzuräumen, halte ich für nötig.

Dazu eine Beobachtung. Firmen beginnen, in Einstellungs-, Beurteilungs- und Gehaltsgesprächen zu fragen, ob jemand KI im Alltag nutzt. Wer das fragt, muss auch Lernangebote machen. Sonst bleibt es eine Erwartung ohne Weg dorthin. In den meisten Firmen ist das noch nicht angekommen, aber man merkt, dass es kommt.

Es liegt an uns.

Mehr zum Auftritt: h+ai congress 2026, 24. Februar 2026.


Wie dieser Text entstanden ist
─────────────────────────────────────────────────────────────
Modell            Claude Sonnet 5.5 (Anthropic), Stand 2026-10
Arbeitsweise      Substanz aus meiner eigenen Aufnahme des Podiums,
                  Entwurf durch das Modell,
                  ein Redaktionsdurchgang
Eigenanteil       Aussagen vom Podium, Kernaussage, Auswahl der
                  Prüfhinweise, Freigabe
Geprüft           Stilabgleich · jede Aussage gegen die eigene Aufnahme
                  geprüft · gegengelesen von drei Prüfern
Quellen           2 belegt, davon 2 Primärquellen
Verantwortlich    Michael Koch, 2026-10-01
Verfahren         innopractics.de/schreiben-mit-ki

Fußnoten

  1. Europäisches Gesetz, das den Einsatz von KI-Systemen reguliert. ↩

Fassung 1 · Stand 08.10.2026

Verlauf
  • Fassung 1 · Stand 08.10.2026
Anfrage stellen

Anfragen zu Vorträgen, Workshops und methodischen Impulsen.